Die deutsche Mannschaft auf der Suche nach der EM Form

Zwei Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft sucht die DFB-Elf nach ihrer Form. Am Samstagabend musste die Mannschaft gegen die Schweiz eine überraschende 3:5-Niederlage quittieren. Gegen das „kleine Holland“ wie Jogi Löw die Eidgenossen vor der Partie bezeichnete, lief so gut wie nichts zusammen. Die Abwehr präsentierte sich  löchrig wie ein Schweizer Käse, aus dem Mittelfeld kamen so gut wie keine Impulse und im Angriff fehlte es an der Durchschlagskraft. Marc Andre ter Stegen durfte sein Debüt zwischen den Pfosten feiern, erlebte aber aufgrund der miserablen Abwehrleistung einen rabenschwarzen Abend. Für ihn dürfte es keinen Platz im endgültigen EM-Kader geben.

Wie bereits angekündigt, erhielt Marco Reus die Gelegenheit sich als Stürmer zu bewähren. Der Gladbacher kam in der zweiten Hälfte und zeigte tatsächlich einige gelungene Offensiv-Aktionen. Er wird sicher mit zur EM fahren und womöglich den Platz von Cacau einnehmen. Der Stuttgarter kam am Samstag nur zu einem Kurzeinsatz und muss nach schwachen Trainingsleistungen ernsthaft um das EM-Ticket fürchten. Einen ähnlichen guten Eindruck, wie Marco Reus, hinterließ Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund, er drängte sich als Back-up für Sami Khedira auf und gehörten zu den wenigen deutschen Spielern, die in Basel ihre Normalform erreichten.

Julian Draxler darf ebenfalls weiter von einer EM-Teilnahme träumen. Der Schalker Jungstar kam in der 62. Minute für den enttäuschenden Lukas Podolski und brachte frischen Wimd in die deutsche Offensive. Bislang galt Andre Schürrle als Podolski-Ersatz, im Trainingslager hat sich Draxler aber zunehmend in den Vordergrund gespielt, Jogi Löw äußerte sich mehrfach sehr positiv über dessen Qualitäten.

Letztlich darf man die herbe Niederlage nicht überbewerten. Zum einen befinden sich die Spieler mitten in einem kräftezehrenden Trainingslager und zum anderen fehlte in Basel der komplette Bayern-Block. Gegen die Schweiz stand eine zusammen gewürfelte Elf auf dem Platz, die in dieser Formation noch nie zusammen auf dem Rasen stand. Ein Großteil der Abstimmungsprobleme ist dieser Tatsache geschuldet. Dennoch offenbarten viele Spieler individuelle Schwächen, die bis zur EM behoben werden müssen.

Die Buchmacher bewerten die Testspiele ebenfalls als wenig aussagekräftig, zumindest waren nach der herben Pleite in der Schweiz keinerlei Bewegungen bei den EM Wettquoten zu verzeichnen. Die deutsche Mannschaft steht nach wie vor an zweiter Stelle der Favoritenliste bei so gut wie allen internationalen Wettanbietern. Spanien ist mit knappem Vorsprung weiterhin der Top Favorit, als aussichtsreichste Herausforderer werden in den Wettangeboten meist Holland und England genannt, wie eine Übersicht der aktuellen EM Quoten auf wettfreunde.net zeigt.

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