Günther Netzers legendäres Tor im Pokalfinale

Günther Netzer ist vielen jungen Fußballfans vor allem als Fernsehexperte in Erinnerung. Doch Netzer war in den 1970er Jahren einer der besten Fußballer der Welt. Bei Borussia Mönchengladbach prägte er die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte mit vielen genialen Pässen und Toren. Als klassischer Spielmacher war Netzer stets das Zentrum seiner Mannschaft. Diese Rolle füllte er von 1973 bis 1976 auch bei Real Madrid aus. Doch vorher sollte Netzer noch einen der aufregendsten Momente seiner Karriere erleben. Dafür war vor allem Hennes Weisweiler, sein Trainer bei Borussia Mönchengladbach verantwortlich.

Superstar auf der Bank im Pokalfinale

Als Günther Netzer kurz vor Ende der Saison 1972/73 seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt gab, war dies eine große Sensation. Transfers ins Ausland waren damals noch die Ausnahme und Real Madrid schwebte als Club über allen anderen. Nur eine Person war überhaupt nicht begeistert von dieser Nachricht: Hennes Weisweiler beschloss jedenfalls, seinen abwandernden Superstar im letzten Spiel der Saison, dem Pokalfinale gegen den 1. FC Köln, auf die Bank zu setzen. Sportliche Gründe dafür gab es nicht. Vermutlich nahm Weisweiler seinem Lieblingsspieler übel, dass er das gemeinsame Gladbacher Projekt verließ und reagierte deswegen reichlich irrational.

Einwechslung am Trainer vorbei

Nach dem Tod von Weisweiler hat Günther Netzer die Hintergründe des Pokalfinales öffentlich erzählt. Weisweiler ließ Netzer zwar in der Verlängerung warmlaufen, nahm aber keinen Wechsel vor. Irgendwann reichte es Netzer und er nahm Kontakt mit dem Linienrichter auf, um sich selbst einzuwechseln. Erstaunlicherweise reagierte Weisweiler nicht und ließ seinen Star gewähren. Kurz nach seiner Einwechslung gelang Netzer ein legendäres Tor mit dem linken Fuß in den Winkel. Borussia Mönchengladbach wurde Pokalsieger und die Bundesligageschichte wurde um eine großartige Anekdote bereichert. Auf der anschließenden Feier soll die Stimmung zwischen Weisweiler und Netzer übrigens sehr kühl gewesen sein.

 

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