NBA Finals: Celtics feiern „größten Sieg, den man haben kann“ – NBA – Basketball



Am 17. Juni 2008 gewannen die Boston Celtics ihre lange Zeit letzte der 17 Meisterschaften. Auf den Tag genau 16 Jahre später folgte Titel Nummer 18. Die Celtics krönen damit die noch junge Tatum/Brown-Ära.


Start der großen Party: Jayson Tatum (M.) und Jaylen Brown (re.) feiern den Titelgewinn mit ihren Teamkollegen.

NBAE via Getty Images


Ganze vier Sekunden stand Payton Pritchard in der ersten Halbzeit von Spiel fünf auf dem Parkett. Eingewechselt in Minute 11:56 des zweiten Viertels – es waren also die letzten vier Sekunden. Der 26-Jährige hatte einen klaren Auftrag.


Als Luka Doncic seinen fälligen Freiwurf nur an den Ring setzte, schlug die Stunde des Celtics-Guards, besser gesagt die Sekunde. Al Horford schnappte sich den Rebound, passte sofort zu Pritchard, der ein paar Meter nach vorne sprintete, noch kurz vor der Mittellinie zum Wurf abhob und den Ball doch tatsächlich mit der Sirene im Korb versenkte. Es war schon sein zweiter Buzzer-Beater von der Mittellinie in dieser Serie.


Wichtiger noch: Dank des tiefen Dreiers gingen die Hausherren mit einem 21-Punkte-Vorsprung in die Kabine. Die Celtics-Fans verfielen nun komplett in Ekstase, griffen mit einer Hand nach dem 18. Titel der Franchise-Historie. Gut eineinhalb Stunden später war die Championship Realität, wirklich spannend wurde es in Boston nicht mehr, die Celtics siegten mit 106:88, der entscheidende vierte Sieg im fünften Spiel.

Horfords Stolz auf das Star-Duo der Celtics


Überhaupt haben die Celtics in diesen Playoffs nur drei Spiele verloren, 16 gewonnen. Es ist die Krönung für den weitestgehend jungen Kern um Jayson Tatum und Jaylen Brown, der sechsmal in den vergangenen acht Jahren die Conference Finals erreichte, dort viermal scheiterte und einmal in den NBA Finals gegen die Golden State Warriors verlor (mit 2:4 Spielen in 2022). Und nun endlich die Larry O’Brien Trophy in die Höhe recken durfte.


„Das bedeutet die Welt für uns“, sagte ein überglücklicher Tatum nach der Trophäenübergabe in Boston. „Das war eine lange Zeit. Verdammt, ich bin einfach dankbar.“ Al Horford blickte ebenfalls zunächst zurück: „Wir mussten in den letzten Jahren viele Strapazen durchmachen. Letztes Jahr wurden uns in Spiel sieben gegen Miami die Herzen gebrochen. Aber dieses Team ist unverwüstlich und wir haben weiter gearbeitet.“




Er sei unfassbar stolz auf Tatum und Brown, betonte Horford – mit 38 Jahren einer der Veteranen im Team. „Diese beiden Jungs haben sich immer weiter entwickelt. Die Leute haben sie das ganze Jahr lang kritisiert. Bei all den Erwartungen, all dem Druck haben sie abgeliefert. Und das in einem noch jungen Alter“, meinte Horford und spielte damit auch auf Stimmen aus den vergangenen Jahren an, die immer mal wieder einen Trade von entweder Tatum oder Brown gefordert hatten.

Brown widmet den Finals-MVP-Award dem ganzen Team


Tatum, 26 Jahre, konnte der Final-Serie gegen Dallas nicht immer seinen Stempel aufdrücken, dominierte Spiel fünf dann aber mit 31 Punkten, elf Assists und acht Rebounds. Brown, 27 Jahre, agierte über die gesamte Serie auf hohem Niveau, sowohl offensiv als auch defensiv, und wurde mit dem Award als Finals-MVP belohnt.


Aber: „Diese Serie war eine komplette Mannschaftsleistung“, erklärte Brown. „Ich teile diesen Award mit meinen Brüdern, vor allem mit Jayson Tatum. Er steht schon den ganzen Weg an meiner Seite.“ Darüber hinaus hatten auch Jrue Holiday, Derrick White, Horford oder auch Sam Hauser von der Bank oder eben Pritchard mit so manchem tiefen Dreier ihren Anteil am Titelgewinn.


Und natürlich Kristaps Porzingis, der in den Playoffs lange verletzt ausfiel, die Mavs zu Beginn der Serie vor enorme Probleme stellte, sich dann aber erneut verletzte. In Spiel fünf quälte er sich über das Parkett, spielte angeschlagen immerhin 16 Minuten. Nun muss er im Sommer am linken Bein operiert werden, was laut ESPN eine mehrmonatige Pause nach sich ziehen wird.


Um die Zukunft ging es in der Nacht auf Dienstag in Boston aber nur am Rande. Für alle Kelten gilt nun das Motto von Tatum kurz nach Spielschluss: „Das wird eine Nacht, die ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Beginnend mit dem Spiel, bis zur Party danach und all diesen Momenten.“ Nach einigen „harten Niederlagen“ in den Playoffs folgte nun ein „großer Sieg“, so der fünfmalige All-Star – „der größte Sieg, den man vor eigenem Publikum haben kann“.

© – by kicker.de

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